Geschichte

Unsere Geschichte:

Unsere Bäckerei besteht in Stralsund seit 1937 in der 3. Generation. Der Ursprung unserer Firma liegt in Schaprode. Durch das lange Bestehen sind wir ein traditionsreicher Meisterbetrieb und nutzen für die Herstellung unserer Backwaren Produkte aus unserer Region. Wir verwenden keine Ersatzstoffe und fertigen unser Gebäck in feinster Handarbeit.
Nach einigen Umzügen unserer Backstube sind wir seit 1996 in der Großen Parower Straße ansässig. Eine weitere Verkaufsstelle befindet sich am Frankendamm. Unsere Bäckerei ist ein kleiner Familienbetrieb und beschäftigt 11 Mitarbeiter in 2 Filialen.

Hier eine schöne Geschichte aus dem Buch “….” von ….. über unsere Bäckerei

So sicher, wie sich im zeitigen Frühjahr in Stralsund die Heerscharen der Heringsangler auf dem alten Rügendamm einfinden, so sicher kann man samstags in der Großen Parower Straße vor der Tür schmalen Verkaufsraum von Bäcker Krämer die Schlange der Brötchenkäufer beobachten, die hier fast zum gehört. Für etliche Stralsunder ist das samstägliche Anstehen dort das erste Wochenend-Ritual: Da werden mit Freunden und Bekannten die Erlebnisse der Woche besprochen, werden Neuigkeiten ausgetauscht. Und schließlich ist man ganz verdutzt, schon an der Reihe zu sein und bekommt vor Überraschung stotternd kaum seine Bestellung zusammen. Irgendwie hatte man gar nicht bemerkt, bereits in den mollig warmen und so unvergleichlich nach Bäckerei duftenden Verkaufsraum vorgerückt zu sein. Hier riecht es so nach Bäckerei, wie früher die Milchläden nach Milchladen und die SchuhIäden nach Leder rochen. Und die Backwaren riechen und schmecken ebenso, wie sie eben schon früher rochen und schmeckten. Das Geheimnis des Zuspruchs des „Treppenbäckers” in der Großen Parower Straße: Hier bekommt man sie noch, die echten „DDR-Brötchen”. Also Brötchen, die nicht aufgeplustert sind. Brötchen
„ohne Chemie”, die noch handwerklich hergestellt werden und ganz ohne Fertigmischungen auskommen. Bäckermeister Gerald Krämer (Jahrgang 1960) wehrt sich nicht gegen die Bezeichnung „DDR-Brötchen”. Obwohl er zu bedenken gibt, dass sich die Herstellung allein schon wegen der modernen Rühr- und Knetmaschinen, die mittlerweile zum Einsatz kommen, geändert habe. Und damit sei trotz der gleichen Bestandteile das Produkt nicht mehr l:l identisch. Auch seien etwa die verwendeten Mehle heute sortenreiner. Die Rezepturen aber seien ähnlich angelagert, es kamen ausschließlich Originalzutaten und keinerlei Ersatzstoffe zum Einsatz. Nur fänden sich heute im Apfelkuchen eben
auch Cranberries, die man zu DDR-Zeiten nicht einmal dem Namen nach gekannt habe. Die Zeit stehe halt nicht still. Vielleicht liegt das Geheimnis aber auch in dem mächtigen Öfen aus dem Jahr l97ó, der seither der Backstube gründlich einheizt. Eindrucksvoll ist er allemal. Aber auch ein Energiefresser vor dem Herrn …

Gerald Kramer vergleicht das Phänomen der „DDR-Brötchen” mit den Intershops. Die hatten für ihn auch einen ganz speziellen Geruch, eine Mischung aus Parfüm und Schokolade. Wenn man heute irgendwo so einer ähnlichen Geruchsmischung begegne, fühle man sich gleich an die Intershops erinnert. Und so gebe es auch bei seinen Brötchen ein vergleichbares Aha-Erlebnis. Damit habe er schon in Stralsund und Umgebung ein Alleinstellungsmerkmal und freue sich, dass die Kunden von weit her gezielt zu ihm kämen. Nicht nur wegen der Nostalgie, sondern eben darum, weil die Qualität stimme und die Backwaren schlicht den Kunden schmeckten. Handwerk, das man sonst kaum noch finde. Zumal immer mehr Kollegen dem Druck der großen Bäckereien und Backshops weichen müssten, keinen Nachfolger fänden und aufgäben.

Die Gefahr besteht bei Bäcker Kramer in Stralsund nicht. Sohn Martin steht als Nachfolger für den 10-Mann-Betrieb bereits in den Startlöchern. Die Filiale am Frankendamm soll demnächst um ein Café erweitert werden. Gerald Krämers Frau Petra managt den Verkauf und achtet darauf, dass buchstäblich alles Hand in Hand geht und das gute Betriebsklima erhalten bleibt. Der Kunde bekommt davon nur mit, mit welcher Schnelligkeit aus der Backstube immer neue Körbe mit ofenfrischen Brötchen hervorgezaubert werden. Und er bekommt auf jeden Fall ein freundliches Wort, so dass er schließlich glücklich und zufrieden mit seinen Backwaren von dannen zieht. Petra Krämer kommt denn auch zu dem Fazit, dass sie „für kein Geld der Welt den Beruf tauschen möchte”. Und das spürt man als Kunde eben auch.

Gerald Krämer stammt aus einer Bäckerfamilie, die ursprünglich in Schaprode auf Rügen beheimatet war und 1937 nach Stralsund gekommen ist. Das alte Haus am Frankendamm 76 steht noch heute. 20l7 feiern Krämers also ihr 80-jähriges Jubiläum in Stralsund. Und Gerald und Petra Krämer sind dann seit 30 Jahren Bäckersleute in der Hansestadt. Seine Meisterprüfung wurde Gerald Krämer seinerzeit von Bäcker Sawatzki aus der Wasserstraße abgenommen, einem Kollegen, von dem Krämers noch heute große Stücke halten. Seit 17 Jahren führen sie die Bäckerei in der Großen Parower Straße, die sie von Bäcker Gager übernehmen konnten, als dieser in den Ruhestand ging: per Handschlag, Tür zu und Tür wieder auf.

Man muss seinen Beruf auch schon lieben, wenn man dafür von nachts um eins bis morgens um neun in der Backstube stehen und die tägliche Ration Schlaf auf vier Stunden in der Nacht und vier Stunden am Tag verteilen muss. Jeden Arbeitstag verlassen ein paar Tausend knusperige Brötchen Bäcker Krämers Backstube: klassische Weizenbrötchen, aber auch welche mit Mohn oder Sesam, mit Dinkel, mit Zwiebeln, mit und ohne Körner. Dazu verschiedene Sorten Brot, diverse Kuchen, Torten und Kekse. Sich allein auf seine viel gefragten Brötchen zu beschränken, käme für Bäcker Krämer nie infrage: „Der Spaß kommt eben durch Abwechslung.”